Ein Charterflug mit 153 Palästinensern aus Gaza landete ohne gültige Ausreisestempel in Johannesburg und überraschte die südafrikanischen Behörden. Die Menschen kamen über ein dubioses Evakuierungsprogramm namens Al-Majd Europe, das hohe Gebühren kassierte, aber weder eine verifizierbare Adresse noch funktionierende Kontaktangaben hat. Das Projekt steht im Verdacht, mit israelischen Stellen zusammenzuarbeiten, insbesondere mit einer Einheit, die 2025 für die „freiwillige Auswanderung“ von Palästinensern geschaffen wurde.
Viele Passagiere wussten nicht einmal ihr Ziel, hatten kaum Gepäck und zahlten 1.400–2.000 Dollar pro Person – auch für Kinder. Der Transport erfolgte über Rafah und Karem Abu Salem nach Ramon Airport, ohne dass Israel Reisedokumente stempelte. Südafrika ließ die Gruppe erst nach zwölf Stunden aussteigen, nachdem eine lokale Hilfsorganisation einsprang.
Recherchen zeigen: Die Webseite von Al-Majd wirkt konstruiert, nutzt gestohlene Fotos, falsche Geschichten und fordert Überweisungen auf private Konten. Bereits zuvor soll die Organisation ähnliche Flüge durchgeführt haben. Sowohl die palästinensische Botschaft in Südafrika als auch die Palästinensische Autonomiebehörde warnen vor solchen Netzwerken, die Palästinenser aus Gaza gegen Geld außer Landes bringen und damit Israels Interessen dienen könnten.